Category: Geschichte

  • Die Geschichte eines Familiennamens: von Siegmund bis Zeimet

    Die Geschichte eines Familiennamens: von Siegmund bis Zeimet

    Aufmerksam wurde ich auf diese Fragestellung als Professor Dr Peter Gilles, seines Zeichens Sprachwissenschaftler und Experte für Linguistik an der Universität Luxembourg sein Projekt Luxemburgischer Familienatlas (LFA) popularisierte und eine Datenbank gestützte Internetseite freischaltete mit der Interessierte Einblick in Forschungsergebnisse zu den geläufigen Familiennamen im Großherzogtum nehmen konnten.

    Neugierig und dann einen Moment später überrascht ob des erklärenden Textes zum Familiennamen “Zeimet”: als Laie hätte ich gedacht Zeimet reimt irgendwie mit Steinmetz oder Seimetz, auch häufige Namen in der Großregion. Das LFA hingegen optiert für die Erklärung eines Ursprungs des Familiennamens bei dem mythologischen Helden (Norse | Nordische Mythen) namens Sigmund (Siegmund). Diese Figur kommt übrigens auch in der Germanischen Mythenwelt vor.

    Wenn man diesen sprachwissenschaftlich belegten Befund als Ausgangshypothese annehmen kann, dann stellt sich gleich die Frage wie dieser Name vom Helden Sigmund aus Skandinavien, seinem gleichnamigen Sippenverband der “Sigmunden”, heute in der Region Saarburg, zwischen der Saar und der Mosel und in Lothringen gehäuft als “Zeimet” auftritt.

    Gibt es einen historisch belegten, belastbaren Zusammenhang zwischen den “Siegmund” Stammesverbänden aus dem hohen europäischen Norden und den “Zeimet” Familiennamen-Trägern in der Großregion im Dreiländereck Saar-Lor-Lux?

    Ein interessantes Element auf der Suche nach Spuren einer Verbindung von Migranten aus Skandinavien ist wohl der Umstand, dass es immer Wanderungen zwischen den Skandinavischen Ländern, Norwegen, Schweden und Dänemark und den Britischen Inseln gab. Und es ist auch belegt, dass Schottland, im Mittelalter, als, im europäischen Vergleich, sehr entwickeltes Land, u.a Militärpersonal auf hohen Standards ausbildete und Truppen als Söldner an zahlende Kriegsfürsten in Europa bereitstellte. 

    Eine entsprechende Analyse dieses Phänomens haben Geschichtswissenschaftler unternommen und ihre Erkenntnisse sind beispielsweise in dem Buch mit dem Titel “Fighting for a Living” beschrieben, spezifischer in Kapitel 2 dessen Autor James Miller in seinem Beitrag, mit dem aussagekräftigen Titel “The Scottish mercenary as a migrant labourer in Europe, 1550-1650” auf diese mittelalterliche Serviceindustrie eingeht, und beispielsweise aufzeigt in welchen Ländern “schottische Söldnertruppen” zum Einsatz kamen.

    Es wird auch deutlich, dass viele, die meisten dieser Söldner, wenn sie die Kampfhandlungen in die sie qua ihrer Mission involviert wurden, überlebten, nicht nach Schottland zurückkehrten, sondern in fremden Ländern Europas gewissermaßen hängen blieben. 

    Spannend wird es wenn man den Namen “Mansfeld” in einer Aufzählung von Feldherren liest, die Truppen in Schottland orderten. (Peter) Ernst II, Graf von Mansfeld war Auftraggeber und er wird als in der Pfalz beheimatet geführt. Nicht irrelevant ist allerdings die Tatsache, dass der besagte (Peter) Ernst II, Sohn des Statthalters der spanischen Krone in Luxemburg war, beheimatet und wohnhaft im Schloss la Fontaine in Luxemburg-Clausen wo er 1604 gestorben ist, keinem geringeren als Peter Ernst I, Fürst von Mansfeld.

    Was wurde aus den schottischen Söldnern die für (Peter) Ernst II, Graf von Mansfeld gekämpft hatten, zunächst nach seiner verkorksten Belagerung von Breda und der Desertion von Truppenkontingenten der angeheuerten englischen (schottischen) Berufskriegern und später nach seiner Niederlage gegen Wallenstein? Eine spannende Frage, allemal.

    Wo und wie können wir das Rätsel auflösen? Sicherlich gibt es eine Reihe Pisten. Zunächst die traditionellen Wege. Das Aufsuchen von Spuren in den Geschichtsbüchern. Das Pilgern von einer Bibliothek in die andere. Mit der Hoffnung Anhaltspunkte zu finden, die dem Puzzle schlussendlich ein konkretes Bild geben. Dann nach der geschichtswissenschaftlichen Angehensweise mit der Durchforstung der papiernen Unterlagen, die genealogische Marschroute durch die zivilen Unterlagen, vom Geburtschein bis zum Todesschein über die Hochzeitsurkunde und andere gleichartige Dokumente mehr. Zeitgeschichtliche Entwicklungen über die verschiedenen anvisierten, ins Auge gefassten Perioden schließen dann wichtige kriegerische Auseinandersetzungen ein, damit verbundene militärische Bewegungen und unausweichliche menschliche Vertreibungen, Migrationen und Umsiedlungen von ganzen Gruppen in anderen Teilen des Kontinents. 

    Das trifft dem Vernehmen nach auch oft auf Truppenteile zu, welche nach Niederlagen, Auflösungsprozessen oder in besseren Situationen nach getanener Söldnerarbeit nicht mehr in ihr Ursprungsland, sprich Heimat zurückgehen können oder wollen. Wo (in Europa) konnten diese Fremdenlegionäre bleiben, wo waren sie willkommen, erwünscht, oder standen für andere Aufgaben und Aufträge bereit. 

    Und dann eine andere eher sprachwissenschaftliche Komponente dieses Fragenkomplexes. Was wurde aus dem ausländisch klingenden Familiennamen der Söldner. Wie wurden diese Männer in ihren Exilen neu genannt? Eingedeutscht, wie bei (Zeimet), aber es bleibt dennoch die Kernfrage wie kam es zu diesem neuen (assimilierten) Namen, aufgrund welcher Umstände, oder Elemente des Lebens dieser Krieger. Waren es Bezüge zu ihrer Herkunft, ihrer Ausbildung, ihrer Stärken, ihrer originellen Namen, Zugehörigkeiten zu Stämmen und Sippen, gar Spitznamen? 

    Und zu guter letzt, die neue Kompenente welche neue Aspekte in die Recherche nach Erkenntnissen einbringen kann: die Arbeiten des Nobelpreis-Trägers Svante Pääbo, in einer neuen Sparte der Möglichkeiten der Entschlüsselung von Geheimnissen welche die Menschheitsgeschichte noch beherbergt. Was kann die Paleogenetik uns helfen? Paleogenetische Analysen von Genomen von Namensträgern könnten Herkunftsinformationen freilegen. Gibt es ähnliche bis gleiche Muster in den Herkunftsdaten und Lebensplätzen die allen Untersuchten eigen sind, und welche immer wiederkehrende genetische Spezifizitäten ausdrücken?  

    Alles zusammengenommen, könnten diese Pisten, die zur Klärung der Frage, benötigte Quelle von Evidenz und belastbaren Erkenntnissen werden. 

    Konkret geht es jetzt in einer ersten Recherche-Phase darum, herauszufinden aufgrund von genealogischen Bevölkerungsdaten (Urkunden, zivilen persönlichen Scheinen [Geburt, Taufe, Hochzeit, Tod], wann der Familienname “Zeimet” im Großraum des Kreises Trier-Saarburg aufgetaucht ist. Die Vermutung besteht darin, dass bei den Schlachten im 30-jährigen Krieg (im Jahre 1635) und der zeitweisen Besetzung von Saarburg durch gefürchtete Schwedische Dragoner (Kavaliers-) Truppen, die zum Teil aus schottischen Söldnern bestanden, und nach deren Vertreibung, einzelne Kämpfer in diesem Gebiet zurückgelassen wurden, freiwillig zurückblieben, oder als Gefangene hier festgesetzt wurden.

    Bibliographie:

    1. Online-Kartierung Luxemburgischer Familienatlas
    2. Völsunga Saga | in: Wikipedia – The Free Encyclopedia
    3. WEY Philip (Hrsg) “1000 Jahre Saarburg | 964-1964” Stadtverwaltung Saarburg, 1964.
    4. ZÜRCHER Erik-Jan (2013) Fighting for a Living – A Comparative Study of Military Labour 1500-2000, Amsterdam University Press. ISBN 978-90-485-1725-1
    5. ISABROT Camila (2024) – Celtic and Norse Mythology Specialist and Artist, Creator of the Illustrations in the Header Background Image. The Artist offers her services on the Fiverr Services Platform and presents her creations on the Instagram Social Networking Service.
    6. Zwei norditalienische Städte, namentlich Barga (in der Toscana) und Gurro (Region Piemont) beanspruchen für sich einen gewissen Anteil an schottischstämmiger Bevölkerung aufzuweisen. Sie erklären den Umstand mit einer Schlacht in Pavia (24. Februar 1525) als schottische Söldnersoldaten wegen Unwettern hängen blieben und sich in diesen Städten ansiedelten.
    7. Ein BBC UK Beitrag zum Thema: “The Italian highlanders who may have Scottish roots” Der Bericht erzählt von schottischen Söldern der sogenannten Garde Ecossaise des französischen Königs François I., welche nach der Niederlage in der Schlacht von Pavia (1525), im Winter in Norditalien eingeschneit wurden, und im Dorf Gurro hängen blieben, schlussendlich sich dort permanent niederliessen und in die lokale Bevölkerung einheirateten.
  • Die wunderbare Sagrada Familia von Antoni Gaudí in Spanien

    Die wunderbare Sagrada Familia von Antoni Gaudí in Spanien

    Die Sagrada Familia Basilika in Barcelona, Catalunya.

    Sporadisch liest man zu diesem Projekt, zuweilen in der Boulevard-Presse aber auch in pseudo-wissenschaftlichen Zeitschriften. All dies ersetzt nicht den Wunsch, einmal im Leben diese architektonische Koryphäe mit eigenen Augen ansehen, wenn nicht sogar das Gebäude begehen zu können.

    Die Sonne schien an diesem memorablen Samstagvormittag. Blauer Himmel. Ideal für einen touristischen Exkurs. Für viele Gleichgesinnte, wie es sich erwies. Denn der Vorplatz der Sagrada Familia war überfüllt mit Menschen, wie es schien die aus allen Teilen der Welt hier gekommen waren. Ausgereist mit ihrer touristischen Grundausstattung, allen voran die Handy-Kamera, die digitale Kamera, das Videoaufnahmegerät.

    Und zunächst fällt einem auf, dass dieses Gebäude sich entweder in der Renovation befindet, oder aber, wie immer berichtet wird, seiner Vollendung weiter harrt, eine „nicht enden wollende Geschichte“, die aber in 2026 einem Happy-End zugeführt werden will, in jenem Jahr an dem an den 100. Todestag ihres Schöpfers, dem aus Barcelona stammenden Architekten Antoni Gaudí gebührend erinnert und gedacht werden soll.

    Sich dieses Gebäude so aus der Nähe ansehen zu können generiert ein wahres Glücksmoment. Und ist für viele wohl der Anfang einer mental-geistigen Auseinandersetzung über die Beweggründe für die Entstehung der sicherlich einzigartigen Idee diese Kirche im vorgefundenen Stil zu errichten.

    Und dieser Pilgerweg hat erst einmal begonnen mit der intensiven Lektüre eines Referenzbuches zum Thema Sagrada Familia, eingewunden in die Biographie ihres Schaffers, dem weltberühmten Architekten, Antonin Gaudí.

    Für viele welche das Monument bereits und kürzlich vor Ort bewundern konnten, stellt sich die Frage, wann wird das Werk vollendet sein. In der spanischen und spezialisierten Presse geht nunmehr die Rede vom Jahr 2026. Ob der Zeitplan realistisch und umsetzbar ist, bleibt dahingestellt. Aber zumindest würde das Jahr 2026 symbolisch mit dem Todesjahr des Chefarchitekten Antonin Gaudí übereinstimmen (Terry, 2023).

    Referenz:

    van Hensbergen, G. (2017). The Sagrada Familia: Gaudi’s Heaven on Earth. Bloomsbury Publishing PLC.

    TERRY Eva (2023) La Sagrada Familia nears completion after 141 years – The last remaining tower, representing Christ, is expected to be completed in 2026. In: Desert News, October

  • Ein Grenzstein und Marcel Proust’s Madeleine Effekt

    Ein Grenzstein und Marcel Proust’s Madeleine Effekt

    Eine Art Madeleine-Effekt? 

    Sie erinnern sich an die Passage in Marcel Proust’s epochalen siebenteiligen Literaturwerk, dem Roman mit dem wehmütigen Titel “A la recherche du temps perdu” als er beschreibt wie er ein Stück Zwieback (wird danach als ‘Madeleine’ Feingebäck geführt) in den Tee eingetunkt und der Duft dieser Madeleine lange vergessene Kindheitserinnerungen in ihm erwachte und vor seinem geistigen Auge lebendig machte. 

    Ja, meine eigenen Kindheitserinnerungen und die Empfindungen, die ich damit verbinde: davon soll die Geschichte dieses Grenzsteins Kunde geben.

    Claude ZEIMET St Maximin Reichsabtei Trier Grenzstein OD
    Grenzstein mit Inschrift “OD” in Zusammenhang gebracht mit der Reichsabtei St Maximin vor Trier (Photo: Claude ZEIMET)

    In gewisser Weise ging es mir ähnlich, “meine Suche nach der verlorenen Zeit” fing auch einmal in einer rezenten Lebensphase an, als ich mich durch verschiedene Umstände angestachelt mit lokaler Geschichtsschreibung und -forschung befasste. Das fing wohl vor einiger Zeit an mit dem intensiven Austausch mit dem Geschichtsfreund, Dr Carlo Schintgen, seines Zeichens auch mein werter Schwager, der sich seit Jahren, möglicherweise sogar schon zeitlebens, mit Schriftstücken aus seiner Heimatstadt, zum Teil Unikate die über hundert Jahre alt sind, die ihm sein Vater und auch seine Mutter (Tagebuch) hinterlassen haben, editorisch auseinandersetzt. Auch wiederholte Kontakte mit einem anerkannten Archäologen im Lande war ein auslösender Moment für das nunmehr entfachte Interesse an der Lokalgeschichte. Es wurde eine Suche nach den eigenen Wurzeln, nach dem was früher war, die Einflüsse aus Kultur, Geschichte und Sozialem, das in meinem früheren Lebensraum gewachsen war, über Generationen wohl weitergetragen wurde, und glaubt man den neuesten Ansätzen der Epigenetik auch hat “vererbt” werden können.

    Alles fing vor etwas mehr als fünfzig Jahren an, als mein verehrter Vater, ein anerkennter, profunder Kenner des regionalen Waldgebietes, mich wiederholt mit auf erlebnisreiche, immer für den wissenshungrigen Sohnemann, der ich war und bin, faszinierende Walderkundungen mitnahm. Es war eine besondere Vater-Sohn-Verbindung, innig, liebevoll, geprägt von gegenseitiger tiefer Schätzung. Und seine Führungen durch die großen Wälder öffneten eine neue Welt für mich: Flora und Fauna, die Lebenswelt des Wildes, die Gefahren, aber dann vor allem die Schönheit der Natur. 

    After the discovery of the border stone: careful clean-up operation

    Die Suche nach diesem Stein wurde immer mehr zur unumgänglichen Aufgabe, einem sehr persönlichen, nicht weniger emotionalen Unterfangen. Wobei die Symbolkraft des Steines eine prominente Position erlangte. Steine und die ‘Rites de Passage’, oder ähnlich in Religionen, die ein Stein als Markierung für ein Ereignis von Tragweite ansehen. Ein Stein als Andenken an einen Menschen und sein Wirken. 

    Diesen wichtigen Stein wiederzufinden war dann aber in der Praxis nicht so einfach, wurde zur Odysee durch Wildwuchs, Zonen mit umgefallenen Bäumen, in dem auch noch ein früher vorhandener Grenzgraben der heute, nach menschlicher Hybris-Aktion, zur metertiefen Gracht entartet war. Wo nun diesen Grenzstein finden? Enttäuschung, Trauer und Schmerz fingen an das freudige Erwartungs-Gefühl des Wiedersehens zu verdrängen. 

    Wäre da nicht mein Bruder Claude Zeimet gewesen, der sicherlich die Naturliebe unseres gemeinsamen Vaters geerbt und in vielen seiner Projekte verinnerlichte, der als Retter in der Not auftauchte. In einem Telefongespräch zur Frage erklärte er unaufgeregt: “Ich kann Dir genau sagen, wo der Grenzstein zu finden ist.” Und in der Tat, seine Beschreibung des Ortes paßte haargenau. Nur, dass der Standort des Grenzsteines in den letzten Jahren unterschwemmt worden war, dann in die neu entstandene Gracht abgerutscht war, heuer mit Boden überdeckt war, und an der noch sichtbaren oberen Fläche, quasi zur Tarnung, mit dünkelgrünem Moos überwachsen war. Nur noch ein scharfsichtiges Adlerauge hätte dieses Kleinod auf dem hochauflösenden Radarschirm haben können. 

    Ein Happy End am Ende des Tages? Sicherlich. Nun geht es an die Auswertung der Inschrift, die Analyse von Veröffentlichungen zu den Gutshöfen in der Region, die entweder von der Reichsabtei St. Maximin vor Trier und als Nachbarn an einer solchen memorablen Grenze von einer anderen mächtigen, vermögenden und einflussreichen Reichsabtei, jener aus Echternach gehalten, wurden.

    Und ein anderer Gedanke kommt einem zwangsläufig: dieser Grenzstein, wohl beschützt durch die Natur, Wald und respektvolle Eigentümer des Grundstücks bewahrte seinen edlen Standort für Jahrhunderte, derweil nicht unweit hiervon sogenannte “Marken” des Katasters, eine zuweilen sehr kurzzeitige Verweildauer haben, und allzu zu oft nicht nur von ihrem rechtmässigen Standort, gesetzeswidrig ausgehoben werden, sondern dann auch noch in einer Nacht- und Nebelaktion “verschwinden”.

    “Grenzsteine muss man anbeten”, hatte mal in früherer Zeit ein ehrbarer Grundbesitzer erklärt. Und man kann diesem Menschen nur zustimmen und beipflichten. Grenzsteine sind Zeitzeugen, Teil unserer persönlichen, lokalen und zum Teil nationalen Erinnerungskultur. Und immer sichtbare Zeichen zur Einhaltung des sehr alten Gebotes “Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren das Weib deines Nächsten, seinen Knecht und seine Magd und seinen Ochsen und seinen Esel und alles, was deines Nächsten ist» (2. Buch Mose 20,14)

    Und schlußendlich: Grenzsteine sind so erhabene von Menschenhand geformte Skulpturen in der Natur, ästhetisch schön als Augenweide, ein Gedicht das auf seine sehr eigene, persönliche, Weise zu uns spricht.

    Referenzen:

    RESMINI Bertram, Dr (2016): Germania Sacra – Dritte Folge. “Die Benediktinerabtei St. Maximin vor Trier. Die Bistümer der Kirchenprovinz Trier. Das Erzbistum Trier 13. Band 11″.

    Die Benediktinerabtei St. Maximin zu Trier – Die Diözesen der Kirchenprovinz Trier – Das Erzbistum Trier 13

    Internet-Link zum Eintrag. “Die Abtei, die traditionell als eines der ältesten Klöster Westeuropas gilt, soll im 4. Jahrhundert vom heiligen Maximin von Trier gegründet worden sein”.

  • Römisches Fernstraßen-Netz in Luxemburg

    Römisches Fernstraßen-Netz in Luxemburg

    Bereits in der Römerzeit gab es bedeutende und strategisch ausgelegte Fernstraßen; wir würden sie heute eher Express-Wege oder Autobahnen nennen. Eine dieser großen Verkehrsadern verlief regional von Metz über Dalheim (Vicus Ricciacus) nach Trier und querte auf der Anhöhe der Ortschaft Flaxweiler die Areale der Gemarkung mit Flurnamen, “auf Lampicht” (Lampbour) durch Felder in denen die beiden Bäche “Deiferbach” und “Donwerbach” entspringen, den “Routaker”, am “Spettelbesch” vorbei zum Ort “am Päsch”, im Volksmunde “um Spettel” genannt, und der “Burwiss”, entlang der “Buchergewân”, “den Rangels” oberhalb der Parzellen “ennert dem Kiem” und über den “Muertendall” (Ort genannt “Burgewân”) bis zum Potaschberg, von dort weiter in die nördliche römische Hauptstadt Augusta Treverorum (das heutige Trier).

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    Römische Geschichte Interessante Punkte

    Das Gebiet um [1] und [3] befindet sich auf dem Widdenberg in Flaxweiler. Der Gott Veraudunus und die Göttin Inciona wurden dort vor etwa 2000 Jahren gemeinsam verehrt. Auch die Bronzeskulptur Schwan | Löwenkampf wurde dort gefunden. Das erwähnte Gebiet war ein bedeutender römischer Tempelbezirk.
    Die [2] Stelle ist der Standort des römischen Aristokratengrabs (Tumulus)
    Die [5] Stelle ist der Standort eines Hospitiums (Hotel | Tankstelle), einer Raststätte für Reisende an der römischen Fernstraße (Fernstraße). Die Gegend trägt noch heute den Namen “Op dem Spёttel”.
    Der Punkt [5] wäre mit dem Ortsnamen Flaxweiler, der eine wörtliche Übersetzung in die lateinische Sprache darstellt, mit den Worten “Linum Villa”.

    Spezifischer für das heutige Territorium von Luxemburg, gilt es hervorzuheben, dass die Via Agrippa aus Metz kommend, eine Trasse über Thionville zu dem neuralgischen Knotenpunkt in Dalheim (Ricciacus Vicus) einschlug, dann über Waldbredimus bis Canach (Kaffishaff), über Beyren (Drehkreuz mit der Verbindungsstraße Reims – Trier) nach Flaxweiler einmündete, bis Potaschbierg (Grevenmacher) und weiter nach Wasserbillig. Der Umstand dass diese beiden wichtigen Verkehrsadern auf der Anhöhe des Veraudunus (Widdenberg) in einen gemeinsamen Straßenabschnitt (von und nach Trier) zusammenfliessen scheint wohl teilweise zu erklären, dass es ab hier eine ganze Reihe, zum Teil imposanter Bauwerke gegeben hat. Zum Beispiel das bekannte Tumulus Grab in Flaxweiler, Tempelstätten auf dem Widdenberg (Veraudunus), Brunnenanlagen (Lampbour, Lampicht), das 15-Meter hohe Funerarium (Potaschbierg, Grevenmacher), Gruppen von Tumuli Grabstätten entlang der Via Agrippa in den Felder und Wäldern nahe Flaxweiler, sowie die vermeintliche Verpflegungsstelle “Hospitium” (Spёttel) nahe dem Tombus Tumulus, gedacht für Reisende auf der nahegelegenen Herresstraße. Herausragend sind auch der Fund einer bronzenen Skulptur “Löwe Schwan Kampf” sowie einer Tempel-Steinplatte mit den Namen der Götter Inciona und Veraudunus.

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    Widdenberg Bronzeskulptur Panther Schwanenkampf

    Referenzen:

    Omnes Viae – Website | Eine Rekonstruktion einer antiken römischen Karte mit Internet-Technologie. Letzter Zugriff Sonntag 28.08.2022

    Beispiel für eine Routenplanung in Omnes Viae – From Ricciaco (Dalheim LU) to Aug Tresvirorum (Trier DE) über das Tumulusgrab in Flaxweiler (Linum Villa).

    “Bei der Tonn” in Flaxweiler – Geoportail Link zur Ortskarte “Am Päsch – Um Spettel

    Funerarium Romanum Potaschbierg – Römische Grabstätte in: Google Maps Fotos

    Bibliographie: 

    THILL Gérard, Folmer Nicolas (1974) – Grevenmacher | Carte Archéologique du Grand-Duché de Luxembourg, Feuille 23 – Empruntable à la Bibliothèque Nationale du Luxembourg.

  • Tumulus “bei der Tonn” – römischer Grabhügel

    Tumulus “bei der Tonn” – römischer Grabhügel

    Der Grabhügel liegt seitlich des Verlaufs der römischen Fernstraße von Metz nach Trier im Ort genannt “Auf Pesch”. Auch wenn der Ort heute mit Eichenbäumen bewachsen ist, die ins Alter gekommen sind und tapfer dem Klimawandel zu widerstehen versuchen, und auch sonst kein Hinweisschild auf diesen Zeugen römische Kultur vor Ort erinnert, so kann dieser Umstand doch die geschichtliche Tatsache nicht in Frage stellen, dass hier, an einem ruhigen Ort in idyllischer Umgebung errichtet, wohl ein wohlhabender oder einflussreicher römischer Bürger seine letzte Ruhestätte erhielt, dabei augenfällig und markant, und so wie es wohl gewollt war: unübersehbar.

    Veraudunus-Inciona-Platte
    Dies ist die berühmte Veraudunus-Inciona-Platte, die auf dem Berg Widdenberg “Veraudunus” gefunden wurde

    Bibliographie:

    FRIEDRICH Evy – Der Flaxweiler Tumulus 1979 Revue – Luxembourg Jg 34 (1979), Nr 25, p. 30-31, fig

    Letztes Update | FRI 19.08.2022 15:25 o'clock